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Von: Julia Prieler
Generali Haching zum zweiten Mal in Folge Pokalsieger!
Der Titelverteidiger wurde seiner Favoritenrolle gerecht und besiegte evivo Düren knapp mit 3:2 (21:25; 23:25; 25:14; 25:14; 15:10). In dem zuvor stattfindenden Finale der Frauen gewann Dresden gegen Suhl mit 3:1 und konnte sich so ebenfalls über einen DVV-Pokal freuen.
Um 4h nachts, bei nicht enden wollendem Schneefall, verließen drei Hachinger Fan-Busse den Parkplatz an der Generali Sportarena, um ihrer Mannschaft im Pokalfinale direkt vor Ort im Gerry-Weber-Stadion die Daumen zu drücken.
Anfangs sah es all allerdings nicht danach aus, als würde die achtstündige Busfahrt durch einen Sieg der Hachinger belohnt werden. Die Jungs um Kapitän Marco Liefke begannen mit vielen Eigenfehlern und gerieten so schnell in Rückstand. Die Angriffe wurden mit zu wenig Druck ausgeführt und landeten zu oft im Block oder in der guten Abwehr der Dürener. Die konterten dann ihrerseits mit einem schnellen und harten Angriff, der oft über Dünnes lief, und dem weder der Hachinger Block, noch die Abwehrspieler viel entgegenzusetzen hatten und daher meist einen Punkt für evivo Düren bedeutete. Doch die Oberbayern ließen den Anschluss nie abreißen und hielten den Rückstand konstant gering, was jedoch nichts daran änderte, dass evivo Düren diesen ersten Satz vor einer 10000-Zuschauerkulisse für sich entscheiden konnte.
Doch auch im zweiten Satz war im Spiel der Hachinger der Wurm drin. Generali Haching geriet noch schneller in noch größeren Rückstand und zeitweise konnte man das Gefühl bekommen, Düren hätte den Ball verhext: kaum ein Angriff der Hachinger war von Erfolg gekrönt, die Bälle landeten allesamt entweder im starken Block der Dürener Mannschaft, oder in den Armen der Abwehr, angeführt von Libero Kohl. So ging auch dieser Satz eindeutig an evivo Düren.
Die Sachlage wurde ein wenig anders, als Sebastian Schwarz eingewechselt wurde. Die Wochen zuvor noch an seinem Leistenbruch laborierend, fand er im Pokalfinale sofort ins Spiel und konnte durch eine gute Annahme und durch wichtige Punkte im Angriff im Match doch noch die Wende herbeiführen. Der Block, in den vorangegangenen Sätzen fast der größte Problemfall der Oberbayern, gewann immer mehr an Stärke und hielt den immer schwächer werdenden Angriffen von Seiten Dürens von nun an stand. Auch die Angriffe wurden nun variabler ausgeführt und gewannen an Effektivität. Anfangs konnte Düren zwar eine kleine Führung erkämpfen, doch die Hachinger blieben dran und konnten sich ihrerseits einen Vorsprung erarbeiten, den sie dann auch bis zum Ende des Satzes nicht mehr hergaben.
Evivo Düren wirkte von da an wie vor den Kopf gestoßen und schaffte es nicht mehr, an die ursprüngliche Spielstärke anzuknüpfen. Die Oberbayern auf der anderen Spielfeldseite gewannen im Gegensatz dazu zusehends Freude am Match, was unter anderem durch spektakuläre Abwehraktionen deutlich wurde. So fischte Libero Ferdinand Tille einen versprungenen Ball jenseits der Absperrung wieder zurück ins Spielgeschehen und auch sonst wurde um jeden Punkt erbittert gekämpft.
Haching schaffte das Unmögliche, gewann die letzten drei Sätze mit deutlichem Abstand und holte sich so den erhofften Titel: DVV-Pokalsieger 2010. Denn wie schon öfters erwähnt gelten im DVV-Pokalfinale andere Regeln als im Bundesligaalltag. Dies könnte auch an der von den Zuschauern geschaffenen Gänsehautatmosphäre liegen, alle Teams wurden von ihren jeweils mitgereisten Fangemeinden lautstark unterstützt. Bei Generali Haching mit Erfolg, wie man sieht.


